
Ein intensives Ausbildungswochenende rund um die technische Hilfeleistung liegt hinter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unserer diesjährigen Blechkuttenausbildung. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere verschiedene Einsatzlagen nach Verkehrsunfällen und die Frage: Wie können wir auch in schwierigen Situationen sicher, strukturiert und möglichst patientenschonend vorgehen?
Gerade bei Verkehrsunfällen entwickeln sich die Anforderungen an die Feuerwehren stetig weiter. Moderne Fahrzeuge verfügen über immer komplexere Konstruktionen, neue Materialien und Antriebstechniken. Damit verändern sich auch die Herausforderungen bei der technischen Rettung. Um im Einsatzfall sicher und effektiv handeln zu können, ist es deshalb wichtig, sich regelmäßig mit aktuellen Rettungstechniken auseinanderzusetzen, verschiedene Vorgehensweisen zu erproben und den Umgang mit den vorhandenen Geräten zu trainieren. Genau hier setzt die regelmäßig stattfindende Ausbildung an.
Bereits in den vergangenen Wochen hatten mehrere reguläre Ausbildungsdienste auf das Wochenende vorbereitet. Dabei konnten wichtige Handgriffe trainiert und erste Einblicke in verschiedene Bereiche der technischen Hilfeleistung gewonnen werden. Ergänzend erhielten die Teilnehmenden im Vorfeld Übungsvideos, mit denen sie sich auch theoretisch auf die bevorstehenden Aufgaben vorbereiten konnten.
Am Freitagabend startete die eigentliche Blechkuttenausbildung zunächst mit einem ausführlichen Theorieblock. Hier wurden unterschiedliche Rettungstaktiken und Vorgehensweisen bei Verkehrsunfällen besprochen und bereits vorhandenes Wissen noch einmal vertieft. Damit war die Grundlage für den praktischen Ausbildungstag am Samstag gelegt.
Am Samstag warteten zunächst drei anspruchsvolle Stationen auf die Teilnehmenden. In drei Gruppen galt es, unterschiedliche Einsatzszenarien zu beurteilen und geeignete Lösungswege zu entwickeln. Dabei war bewusst nicht jeder einzelne Schritt vorgegeben: Die Gruppen sollten die jeweilige Lage selbstständig einschätzen, eigene Ideen entwickeln und diese anschließend praktisch umsetzen. Währenddessen wurden sie durch die Ausbilder begleitet und angeleitet.
An der ersten Station war ein Fahrzeug einen Hang hinabgerutscht. Bevor eine Rettung möglich war, musste das Fahrzeug zunächst gegen weitere Bewegungen gesichert und stabilisiert werden. Unter anderem kam dabei ein Seilzug zum Einsatz. Anschließend wurde die im Fahrzeug befindliche Übungspuppe mithilfe einer Schleifkorbtrage und einer Leiter aus dem Fahrzeug gerettet.
Ein völlig anderes Bild bot sich an der zweiten Station: Hier war ein Pkw unter einem Container eingeklemmt. Die Aufgabe bestand zunächst darin, die Situation sicher zu beherrschen und anschließend den Container mit geeignetem Hebematerial anzuheben. Schritt für Schritt wurde die Last unterbaut, sodass ein sicherer Arbeitsbereich geschaffen werden konnte.
Bei der dritten Station lag ein Fahrzeug auf dem Dach. Auch hier stand zunächst die sichere Stabilisierung des Fahrzeugs im Vordergrund. Anschließend wurde mit den hydraulischen Rettungsgeräten gearbeitet. Mit Schere und Spreizer konnten verschiedene Techniken praktisch ausprobiert und unterschiedliche Zugangs- und Rettungsmöglichkeiten geschaffen werden.
Nach den drei Stationen war der Ausbildungstag allerdings noch nicht beendet. Zum Abschluss wartete eine gemeinsame Einsatzübung, bei der das zuvor Erlernte unter möglichst realitätsnahen Bedingungen zusammengeführt und angewendet werden musste. Hier zeigte sich noch einmal, wie wichtig neben dem sicheren Umgang mit den technischen Geräten vor allem eine strukturierte Vorgehensweise, gute Kommunikation und die Zusammenarbeit im Team sind.
Mit vielen praktischen Erfahrungen, neuen Erkenntnissen und reichlich Übungszeit ging damit ein spannender Ausbildungstag zu Ende. Die Blechkuttenausbildung hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig kontinuierliches Training gerade im Bereich der technischen Hilfeleistung ist.
Ein großer Dank gilt allen Ausbilderinnen und Ausbildern sowie allen Helferinnen und Helfern, die zum Gelingen der Blechkuttenausbildung beigetragen haben.Für die Unterstützung bei der praktischen Ausbildung bedanken wir uns außerdem bei der Feuerwehr Hann. Münden, die uns mit ihrem Rüstwagen und Personal unterstützt hat, sowie bei Wegener, Zirpel, Resebeck und privaten Unterstützenden für die Bereitstellung von Übungsflächen und Fahrzeugen.






